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Was ist der Unterschied zwischen DSL, ADSL und VDSL?

Wir erklären Ihnen, welche Besonderheiten ADSL- und VDSL-Anschlüsse im Vergleich zum allgemeineren Begriff „DSL-Anschluss“ aufweisen.

DSL bedeutet „Digital Subscriber Line“ (= digitale Teilnehmer-Anschlussleitung) und ist ein Sammelbegriff für mehrere, ähnlich aufgebaute Standards der Datenübertragung. Diese wurden über die Jahre weiterentwickelt und inzwischen gibt es zahlreiche DSL-Varianten, die sich hauptsächlich in der erreichbaren Übertragungsgeschwindigkeit und Reichweite unterscheiden. Es ist also nicht jeder DSL-Anschluss gleich schnell und reichweitenstark.

Dieser Unterschied zeigt sich zunächst einmal in dem Buchstaben, der der Abkürzung DSL vorangestellt wird. ADSL und dessen Nachfolger VDSL sind die beiden wichtigsten DSL-Technologien in Deutschland.

DSL-Anschlüsse mit VDSL sind deutlich schneller als solche mit ADSL.

Aber auch innerhalb dieser beiden Technologien sind nicht alle Anschlüsse gleich. Durch fortlaufende Weiterentwicklung wurden immer schnellere Datenübertragungen, aber auch spezialisierte Lösungen möglich, z.B. mit besonders hohen Reichweiten. Diese unterschiedlichen Varianten werden voneinander mit dem Zusatz „Annex“ abgegrenzt. Beispielsweise waren die ersten DSL-Anschlüsse in Deutschland meistens solche mit ADSL Annex B, gefolgt von ADSL Annex J und mittlerweile gibt es VDSL Annex Q, meist „Supervectoring“ genannt.

Vereinfacht kann man sagen, dass die Internetgeschwindigkeit mit dem Buchstaben nach „Annex“ steigt.

In der folgenden Tabelle können Sie sehen, mit welcher DSL-Technologie welche Übertragungsgeschwindigkeiten maximal möglich sind. Alle Angaben in MBit/s.

DSL-Technik Empfangsrichtung Senderichtung
ADSL Annex B 16 1
ADSL Annex J 16 2,8
VDSL 50 10
VDSL Vectoring 100 40
VDSL Supervectoring (Annex Q) 250 40

ADSL

ADSL steht für „ Asymmetric Digital Subscriber Line“ (= asymmetrische digitale Teilnehmer-Anschlussleitung). Die Bezeichnung „asymmetrisch“ rührt daher, dass in den beiden Übertragungs-Richtungen unterschiedliche Geschwindigkeiten genutzt werden. In Empfangsrichtung zu Ihnen („Downstream“) sind Übertragungsraten von bis zu 16.000 kbit/s (ca. 16 Mbit/s) möglich. In Senderichtung („Upstream“), also von Ihnen ins Internet, werden bis zu 1152 kbit/s (ca. 1 Mbit/s) erreicht.

ADSL nutzt zur Datenübertragung das klassische Telefonnetz mit Kupferleitungen. Dies hatte in der Vergangenheit den großen Vorteil, dass meist keine neuen Leitungen verlegt werden, sondern lediglich die Technik in den Schaltkästen erweitert werden musste. So konnte die Datenrate gegenüber Telefonmodems (bis zu 56 kbit/s) und ISDN-Verbindungen (mit zwei gebündelten Kanälen zu je 64 kbit/s) mit vergleichsweise geringem Aufwand enorm gesteigert werden.

Eine wichtige Weiterentwicklung von ADSL ist ADSL2+ (Extended bandwidth Asymmetric Digital Subscriber Line 2), mit der theoretisch bis zu 24 Mbit/s im Downstream möglich sind.

Exkurs: Analoge Telefonie adé

Bei den ersten ADSL-Anschlüssen mit dem Zusatz Annex B war noch ein paralleler Betrieb der klassischen, analogen Telefonie neben der digitalen Datenübertragung möglich. Dazu musste das Signal an der Telefondose lediglich mit Hilfe eines Splitters an das Modem und das Telefon aufgeteilt werden. Spätestens mit dem Standard Annex J war dies nicht mehr möglich. Zwar sind Anschlüsse mit Annex J schneller, dafür wurden aber die Bereiche des Signals, die vorher für analoge Telefonie reserviert waren, ebenfalls zur Datenübertragung genutzt.

Seitdem werden Gespräche meistens über das Internet geführt und Voice-over-IP (VoIP) begann den Alltag zu erobern. Wer weiterhin ein analoges Telefon nutzen will, muss dieses nun an seinem Router betreiben oder alternativ ein IP-Telefon nutzen.

VDSL

VDSL steht für „Very High Speed Digital Subscriber Line“, also frei übersetzt eine digitale Teilnehmer-Anschlussleitung für sehr hohe Geschwindigkeiten. Insbesondere durch Technologien wie Vectoring und Supervectoring können Daten um ein Vielfaches schneller übertragen werden als bei ADSL.

Hintergrund für die Entwicklung war, dass Kupferkabel eine verhältnismäßig hohe Leitungsdämpfung besitzen, die sich negativ auf die Signalqualität auswirkt. Das führt dazu, dass bei langen Leitungswegen die maximale Internetgeschwindigkeit schnell absinkt. 
Um dieses Problem zu umgehen, werden bei VDSL große Strecken mit modernen Glasfaserkabeln realisiert. So gelangen Daten mit hoher Geschwindigkeit bis zu einem Verteiler in der Nähe der Kunden. Lediglich die letzten Meter bis in den Haushalt laufen dann noch über die alten Kupferkabel.

Mit einfachem VDSL lassen sich Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s in Empfangsrichtung erreichen. Durch den Einsatz von Vectoring oder Supervectoring lassen sich Störeinflüsse reduzieren und diese Werte sogar auf bis zu 100 Mbit/s respektive 250 Mbit/s steigern.

Was brauchen Sie dafür?

Diese Geschwindigkeiten setzen aber voraus, dass auch das verwendete Modem diese Technologien voll unterstützt. Sollten Sie sich für ein solches VDSL-Upgrade interessieren, prüfen Sie vorher bitte unbedingt, ob Ihr Router entsprechend mit VDSL, Vectoring oder Supervectoring kompatibel ist. Sie können dazu unseren Router-Check nutzen oder sich an den Hersteller wenden. Aus jahrelanger Erfahrung empfehlen wir die Router der Serie „FRITZ!Box“ von AVM, die Sie bei uns günstig mieten oder kaufen können.