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Wie werden zusammengefasste Rufnummern (Sammelaccounts) eingehend signalisiert?

Wir erklären Ihnen ausführlich, was Sie bei der Verwendung von Sammelaccounts im Hinblick auf die Anrufsignalisierung bei eingehenden Anrufen beachten sollten und wann Sie mit Einschränkungen im Routing rechnen müssen.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel behandelt hauptsächlich die Einschränkungen des alten, „internationalen“ Formats bei der eingehenden Rufnummernsignalisierung auf Sammelaccounts.

Seit Dezember 2021 bieten wir eine einheitliche Rufsignalisierung im E.164-Format. Neue Sammelaccounts haben diese Option direkt aktiviert. Bei bereits bestehenden Sammelaccounts können Sie die Rufnummernsignalisierung anpassen.

Wenn Sie das E.164-Format bereits nutzen sind große Teile dieses Beitrags obsolet.

Wenn Sie bei easybell mehrere Rufnummern oder -blöcke nutzen, können Sie diese Im Kundenportal zu einem Sammelaccount, auch „Alias“ genannt, zusammenfassen. Anschließend können die zusammengefassten Rufnummern über eine einzige Registrierung genutzt werden.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Anleitung zur Erstellung von Sammelaccounts.

In Bezug auf die Signalisierung eingehender Anrufe gilt es allerdings ein paar Besonderheiten zu beachten, die wir in diesem Artikel erläutern.

Zwei Rufnummernformate

Bei der Einrichtung von Telefonanlagen ist die Schreibweise der Telefonnummern entscheidend. Oft unterscheidet sich bspw. wie die internationale Vorwahl angegeben wird. Bei Sammelaccounts bieten wir Ihnen die Möglichkeit bei der eingehenden Rufnummernsignalisierung zwischen zwei Formaten zu wählen.

Internationales FormatE.164-Format
Der Internationalen Vorwahl werden zwei Nullen vorangestellt.Die internationale Vorwahl wird ohne führende Nullen angegeben
Beispiel: 00493012345Beispiel: 493012345

Welches Format soll ich verwenden?

Wir raten grundlegend zur Verwendung des E.164-Formats, da nur dann ein vollständiges Routing aller Rufnummern des Sammelaccounts möglich ist.

Neu erstellte Sammelaccounts
Die Signalisierung mit E.164 ist voreingestellt. Sie müssen keine Änderungen vornehmen.

Bestehende Sammelaccounts
Früher war bei Sammelaccounts standardmäßig das internationale Format aktiviert. Wir empfehlen, dass Sie im Kundenportal die Rufnummernsignalisierung auf E.164 stellen. Bitte beachten Sie, dass dadurch eine Anpassung der Einstellungen Ihrer Telefonanlage notwendig werden. Dafür können Sie aber anschließend sicher sein, dass alle Rufnummern im Sammelaccount korrekt signalisiert werden.

Natürlich können Sie alte Sammelaccounts im internationalen Format weiterverwenden, müssen sich dann allerdings der Einschränkungen bewusst sein (mehr dazu im weiteren Verlauf).

Das internationale Format

Besonderheiten & Einschränkungen

Sollten Sie das internationale Format nutzen müssen, beachten Sie bitte, dass es zu Einschränkungen kommen kann. Ein eindeutiges Routing für zusammengefasste Einzelrufnummern oder Kopfnummern von Rufnummernblöcken ist dann nicht möglich.

Zum besseren Verständnis erklären wir kurz die technischen Hintergründe und liefern anschließend Praxis-nahe Beispiele.
 

Grundlage 1: Der Contact Header

Wenn sich ein Endgerät (IP-Telefon, Telefonanlage, App, etc.) in unserer Infrastruktur anmeldet, übermittelt es bei der Registrierung einer Rufnummer unter anderem den Contact Header. Jeder registrierte SIP-Account hat genau einen Contact Header. Neben einigen anderen Kontaktinformationen findet sich hier auch der SIP-URI (Uniform Resource Identifier), bei dem für easybell-Trunks stets die Rufnummer im internationalen Format hinterlegt sein sollte (bspw. 00493012345678).

Mehr dazu in unserem Artikel Rufnummernformat bei eingehenden Anrufen.

Grundlage 2: Unterschiede bei der Anrufsignalisierung

Bei Sammelaccounts spielt der Contact Header eine weitere wichtige Rolle, die Sie insbesondere im Hinblick auf das Routing bei Telefonanlagen kennen sollten. Lediglich Anrufe auf Durchwahlen von Rufnummernblöcken werden vollständig an Endgeräte durchgereicht. Die Signalisierung an die Anlage erfolgt dann im Format E.164. Bei der Durchwahl 030 12345678-1 wird dann z.B.  4930123456781 signalisiert. Im Format E.164 fehlen also im Vergleich zum internationalen Format die beiden führenden Nullen.

Bei den folgenden Rufnummerntypen hingegen wird die Information, die an das Endgerät signalisiert wird, der SIP URI des Contact Headers übermittelt:

(Anzahl der Durchwahlen ungleich 10n, also z.B. (00-19))

Anrufe auf Durchwahlen von Rufnummernblöcken hingegen werden vollständig an Endgeräte durchgereicht. Die Signalisierung an die Anlage erfolgt dann im Format E.164. Bei der Durchwahl 030 12345678-1 wird dann z.B.  4930123456781 signalisiert. Im Format E.164 fehlen also im Vergleich zum internationalen Format die beiden führenden Nullen.

Fazit: Nachteile bei der Anrufsignalisierung

    Es ist also möglich mehrere Rufnummern in einem Sammelaccount zusammenzufassen, deren Signalisierung aus dem Contact Header abgeleitet wird. Da aber pro Registrierung nur ein Contact Header vorhanden sein kann (siehe oben), wird bei Sammelaccounts der SIP URI des Haupt-Trunks für alle zusammengefassten Einzelrufnummern, virtuelle Durchwahlen und Stammrufnummern verwendet. Durchwahlen von Rufnummernblöcken werden hingegen  korrekt an das Endgerät signalisiert.

    Daraus folgt, dass Sie für die oben genannten Typen von Rufnummern kein individuelles Routing eingerichtet werden kann, wenn Sie in einem Sammelaccount zusammengefasst werden. Entsprechende Anrufe werden alle über den Contact Header des Haupt-Trunks signalisiert. Sie können auch nicht unterscheiden, über welche Rufnummer der Anruf hereinkommt und abhängig von der Hardware muss teilweise ein Catch-All eingerichtet werden.

    Daher empfehlen wir die Verwendung des E.164-Formats für die eingehende Rufsignalisierung bei Sammelaccounts.

    Beispiel

    Rufnummernsignalisierung im internationalen Format

    Ein Sammelaccount wird aus den beiden Rufnummernblöcken 03012345678 (00-99) als Haupttrunk und 03087654321 (00-99) sowie aus den beiden Einzelrufnummern 03011111111 und 03022222222 gebildet. Die SIP URI im Contact Header ist immer die 00493012345678.

    Die Einstellung „Eingehende Rufnummernsignalisierung“ im Kundenportal ist auf „Internationales Format“ gestellt.

    Trunk Signalisierung per wird angerufen wird signalisiert
    Block 1
    (Haupt-Trunk)
    Contact Header 03012345678 00493012345678
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)
    Durchwahl
    Block 1
    E.164 030123456780 4930123456780
    Durchwahl
    Block 1
    E.164 0301234567899 49301234567899
    Block 2 Contact Header 03087654321 00493012345678
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)
    Durchwahl
    Block 2
    E.164 030876543218 4930876543218
    Durchwahl
    Block 2
    E.164 0308765432199 49308765432199
    MSN1 Contact Header 03011111111 00493012345678
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)
    MSN2 Contact Header 03022222222 00493012345678
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)

    Sonderfall: Rufnummernblöcke mit ungewöhnlichen Größen

    Rufnummernblöcke werden den Telekommunikationsanbietern ursprünglich nur als Potenzen von 10 (also 10er, 100er, 1000er, etc.) zugeteilt. Die Anbieter vergeben dieser dann wiederum an Ihre Kundinnen und Kunden. Dabei kann es vorkommen, dass größere Blöcke in kleinere Segmente aufgeteilt werden, um bspw. einen 20er-Rufnummernblock zu ermöglichen. Aus technischen Gründen werden bei uns aber zwei 10er-Rufnummernblöcke mit jeweils eigenen Kopfrufnummern angelegt, die automatisch zu einem Sammelaccount zusammengefasst werden.

    Da es sich bei diesen Blöcken mit ungewöhnlichen Größen also um Sammelaccounts handelt, gelten hier auch die oben beschriebenen Muster bei der Signalisierung eingehender Rufe. Das bedeutet in unserem Beispiel: Die beiden Kopfnummern der Blöcke innerhalb dieses 20er-Rufnummernblocks werden mit dem Wert des Contact Headers dieser Registrierung signalisiert. Die einzelnen Durchwahlen der Blöcke werden hingegen individuell übergeben.

    Lesen Sie dazu auch unsere Hinweise zu Rufnummernblöcken mit ungewöhnlichen Größen und weshalb die Kopfnummer niemals ohne Durchwahl genutzt werden sollte.

    Ein Beispiel:

    Der Rufnummernblock 03056789 (0-19) ist ein Sammelaccount aus den beiden Blöcken 030567890 (0-9) und 030567891 (0-9). Die SIP URI im Contact Header ist 030567890.

    Trunk Signalisierung per wird angerufen wird signalisiert
    Block1 Contact Header 030567890 004930567890
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)
    Block1 E.164 0305678901 49305678901
    Block1 E.164 0305678909 49305678909
    Block2 Contact Header 030567891 004930567890
    (Info aus Contact Header des Haupt-Trunks)
    Block2 E.164 0305678911 49305678911
    Block2 E.164 0305678919 49305678919

    Fazit

    • Wir raten dazu das Format E.164 zu verwenden. Perspektivisch werden wir für alle Rufnummernarten die Signalisierung per E.164 ermöglichen, sodass diese Einschränkungen obsolet werden.
    • Generell sollten Sie bei Rufnummernblöcken immer die volle Länge der Durchwahlen nutzen (bei einem 100er-Block z.B. 00-99). Die Stammrufnummer sollten Sie generell nicht als direkte Rufnummer nutzen. Sie haben dann keinerlei Einschränkungen durch die Zusammenfassung in einem Alias-Sammelaccount.
    • Einzelrufnummern sollten nur in Ausnahmefällen zu Sammelaccounts hinzugefügt werden. Ihnen muss klar sein, dass sie für diese Nummern kein individuelles Routing in Ihrer Telefonanlage einrichten können, und dass sie nicht mehr unterscheiden können, über welche der Einzelrufnummern Sie angerufen werden.
    • Müssen Sie eine verkürzte Durchwahl bei einem Rufnummernblock nutzen, dessen Gesamtzahl der Durchwahlen nicht durch 100 teilbar ist, dann melden Sie sich bei uns. Wir können dann den dafür angelegten Sammelaccount auflösen.